30.10.26 (Baden-Württemberg)
Der Regio-Verkehrsverbund Freiburg (RVF) passt zum 1. Januar 2027 seine Tarife an. Hintergrund sind nach Angaben des Verbunds gestiegene Kosten im öffentlichen Nahverkehr, um die erheblichen Kostensteigerungen aufzufangen. Gleichzeitig sollen digital gekaufte Fahrscheine preislich stabil bleiben. Damit baut der RVF den bestehenden Digitalrabatt weiter aus.
Nach Angaben des Verbunds wird inzwischen fast jeder zweite Fahrschein im Gelegenheitsverkehr per App gekauft. Ein Einzelfahrschein der Preisstufe 1 kostet digital deshalb weiterhin 2,70 Euro. Am Automaten steigt der Preis dagegen auf 3,20 Euro. In der Preisstufe 3 beträgt der Vorteil beim digitalen Kauf künftig mehr als einen Euro. Auch die Kurzstrecke und die Regiokarte Basis sollen ab Januar mit einem Digitalrabatt in den Apps angeboten werden. Die vergünstigten digitalen Fahrscheine sind über RVF mobil, VAG mobil und den DB Navigator erhältlich. Auch das Check-in-Angebot über Fairtiq wird in die günstigeren Tarife einbezogen.
Der Verbund will damit den Trend zum digitalen Ticketkauf verstärken und zugleich die Vertriebskosten senken. Automaten und persönliche Verkaufswege bleiben dennoch erhalten. Wer Fahrscheine am Automaten oder beim Fahrpersonal kauft, muss dagegen mit höheren Preisen rechnen. Einzelfahrscheine für Erwachsene verteuern sich je nach Preisstufe um 20 bis 40 Cent. Die Kurzstrecke kostet künftig zwei Euro. Für Tageskarten werden je nach Produkt und Preisstufe zwischen 7,50 und 29,60 Euro fällig. Bei der 2×4-Fahrtenkarte kostet eine Fahrt in Preisstufe 1 künftig drei Euro.
Bei den Regiokarten fällt die Anpassung nach Angaben des RVF gering aus. Das Deutschlandticket kostet ab Januar 2027 bundesweit 66,80 Euro im Monat. Entsprechend steigt auch der Preis des Deutschlandtickets Jugend BW auf 48,80 Euro monatlich. Rund 95 Prozent der Stammkunden im RVF nutzen inzwischen das Deutschlandticket.
Parallel wird das Tarifangebot vereinfacht. Zum Jahreswechsel entfallen die Punktekarte, der Gruppenfahrschein, die Regiokarte Kind, die Regiokarte Jahr sowie die Ergänzungskarten zu den Nachbarverbünden. Für die wegfallenden Produkte sollen jeweils Alternativen zur Verfügung stehen. Der RVF begründet die Änderungen mit einer deutlich gesunkenen Nachfrage nach einzelnen Fahrscheinarten und dem Aufwand für deren Vertrieb.
Der Fahrkartenkauf außerhalb digitaler Kanäle bleibt weiterhin möglich. Fahrscheine werden auch künftig an Automaten, bei Regionalbusfahrern und in den Verkaufsstellen der Verkehrsunternehmen angeboten.
Eine Änderung gibt es außerdem bei der Regiokarte Schüler. Die bisher erforderliche Stammkarte entfällt. Schüler und Auszubildende unter 21 Jahren benötigen künftig lediglich einen gültigen Ausweis. Für junge Menschen bis 27 Jahre ist zusätzlich ein Ausbildungsnachweis erforderlich. Mit der Tarifänderung setzt der RVF damit stärker auf digitale Vertriebswege, hält zugleich aber die bisherigen analogen Verkaufsmöglichkeiten aufrecht.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de