30.10.26 (Baden-Württemberg, Stuttgart)
Pro Bahn, BUND und VCD fordern vor dem nächsten Lenkungskreis zu Stuttgart 21 eine erneute Überprüfung der Leistungsfähigkeit des künftigen Bahnknotens. Aus Sicht der Verbände darf bestehende oberirdische Infrastruktur nicht aufgegeben werden, bevor der neue Tiefbahnhof seine Leistungsfähigkeit im Regelbetrieb nachgewiesen hat.
Anlass sind unter anderem Aussagen des früheren SMA-Chefs Werner Stohler, die nach Einschätzung der Verbände Zweifel am Stresstest von 2011 aufwerfen. Sie verlangen deshalb eine unabhängige Neubewertung unter den heutigen Rahmenbedingungen. Dass zum Start von Stuttgart 21 im Regionalverkehr unter anderem Doppelstockzüge und kapazitätsschonende Linienführungen vorgesehen sind, sehen sie als Hinweis auf begrenzte Reserven.
BUND, VCD und Pro Bahn fordern außerdem eine verlässliche Perspektive für den Ausbau der Gäubahn. Kritisch sehen sie insbesondere den Pfaffensteigtunnel, dessen Kostenschätzung zuletzt auf 2,5 Milliarden Euro gestiegen sei. Gleichzeitig drohten auf der Gäubahn während der Bauzeit erhebliche Einschränkungen bis hin zu einer längeren Unterbrechung zwischen Böblingen und Stuttgart-Rohr.
Die Verbände verlangen deshalb, dass sich die Projektpartner, insbesondere das Land Baden-Württemberg, beim Bund für gesicherte Mittel und Planungskapazitäten für den Gäubahnausbau Süd und weitere Projekte des Deutschlandtakts einsetzen.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de