02.11.26 (NWL, VRR)
Die Westfalenbahn übernimmt zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 die Linie RE 34 zwischen Dortmund und Siegen. Der Dortmund-Siegerland-Express soll künftig in der Regel stündlich verkehren. Der neue Verkehrsvertrag läuft über 14 Jahre und umfasst rund 1,75 Millionen Zugkilometer jährlich. Damit übernimmt das Bielefelder Eisenbahnverkehrsunternehmen eine weitere Regionalexpress-Linie in Nordrhein-Westfalen.
Aktuell wird die RE 34 von DB Regio betrieben, gleichzeitig wird der vom NWL alimentierte IC 34 der DB Fernverkehr AG gestrichen und es gibt wieder einen durchgehenden Stundentakt im RE-Verkehr auf der Ruhr-Sieg-Strecke. Wegen Schäden an zwei Brückenbauwerken im Kreis Olpe ist der Zugverkehr auf betroffenen Streckenabschnitten derzeit unterbrochen. Sollten die Sperrungen auch nach dem Betreiberwechsel fortbestehen, will die Westfalenbahn einen zuverlässigen Ersatzverkehr organisieren.
Die rund 132 Kilometer lange Linie verbindet das Ruhrgebiet mit dem Siegerland und bedient künftig 20 Stationen. Dazu gehören unter anderem Dortmund, Witten, Letmathe und Finnentrop. Mit dem vorgesehenen Stundentakt wird das Angebot auf der Strecke ausgeweitet. In Siegen bestehen Anschlüsse an die RB 93 in Richtung Betzdorf und Bad Berleburg.
Zum Betriebsstart plant die Westfalenbahn den Einsatz von Fahrzeugen des Typs Siemens Mireo Smart der Smart Train Lease GmbH. Voraussetzung dafür ist, dass die derzeitigen Streckensperrungen bis dahin aufgehoben werden. Die Triebzüge verfügen über mindestens 214 Sitzplätze, Klimaanlagen, kostenloses WLAN, Steckdosen und Mehrzweckbereiche für Kinderwagen, Rollstühle und Fahrräder. Der Einstieg ist barrierefrei vorgesehen.
Ab Ende 2027 sollen die Mireo Smart durch fünfteilige Stadler-FLIRT³-Triebzüge ersetzt werden. Diese sollen zusätzliche Sitzplätze bieten. Damit ist bereits innerhalb der ersten Betriebsjahre ein Wechsel des eingesetzten Fahrzeugtyps vorgesehen.
Die Westfalenbahn setzte sich in einem europaweiten Vergabeverfahren des Nahverkehrs Westfalen-Lippe und des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr durch. Rund zwei Drittel der jährlich bestellten Zugkilometer entfallen auf das Gebiet des NWL, ein Drittel auf den VRR. Das Unternehmen ist seit 2005 im Regionalverkehr in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen tätig. Heute betreibt es unter anderem die Linien RE 15 zwischen Münster und Emden sowie RE 60 und RE 70 zwischen Rheine, Osnabrück, Bielefeld, Minden, Hannover und Braunschweig. Nach eigenen Angaben befördert die Westfalenbahn jährlich mehr als 20 Millionen Fahrgäste und beschäftigt knapp 500 Mitarbeiter.
Für Wartung und Reparatur der Fahrzeuge verfügt die Westfalenbahn über eigene Standorte in Rheine und Minden. Triebfahrzeugführer und Kundenbetreuer werden nach Unternehmensangaben für ihre Aufgaben qualifiziert und regelmäßig weitergebildet. Damit soll auch für die zusätzliche Linie ausreichend Personal und technische Kompetenz bereitstehen.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de