04.11.26 (Berlin)
Die Straßenbahnlinie M10 der Berliner Verkehrsbetriebe AöR ist auf dem Abschnitt zwischen Alt-Moabit und dem Hauptbahnhof schneller und stabiler unterwegs. Gemeinsam mit dem Verkehrsmanagement des Landes Berlin hat die BVG AöR den Straßenraum dort neu geordnet. Die Straßenbahngleise sind nun vom Autoverkehr getrennt, sodass die Bahnen den Rückstau weitgehend umfahren können.
Zuvor mussten sich die Straßenbahnen auf einem von zwei Fahrstreifen in den Autoverkehr einordnen. Jetzt ist der Gleisbereich für Autos gesperrt. Bereits an der Einmündung von Alt-Moabit in die Invalidenstraße wird der Verkehr gezielt dosiert, indem einer von zuvor zwei Abbiegefahrstreifen entfällt.
Nach Angaben der BVG AöR hat sich die Fahrzeit durch das Nadelöhr seit der Umstellung etwa halbiert. Auch die Durchschnittsgeschwindigkeit der M10 zwischen Alt-Moabit/Rathenower Straße und Nordbahnhof ist gestiegen. Dadurch soll die gesamte Linie pünktlicher und verlässlicher werden.
Die Maßnahme wurde innerhalb von zehn Wochen geplant und umgesetzt. Grundlage war eine gemeinsame Task-Force der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt und der BVG AöR. Ziel war es, die Straßenbahn zu beschleunigen, ohne den Autoverkehr stärker als nötig zu beeinträchtigen. Vor der Umsetzung wurde deshalb die Leistungsfähigkeit der Invalidenstraße mithilfe eines digitalen Zwillings untersucht. Reale Verkehrsdaten wurden in ein digitales Modell übertragen und verschiedene Aufteilungen des Straßenraums simuliert. So konnte die neue Verkehrsführung vorab auf ihre Auswirkungen auf Straßenbahn und Autoverkehr geprüft werden.
Nach den ersten Erfahrungen entsprechen die Auswirkungen weitgehend den Prognosen. Trotz der Reduzierung auf einen Fahrstreifen für den Autoverkehr bleiben zusätzliche Reisezeiten und Staubildung nach Angaben der Beteiligten gering. Für die M10 verbessert sich die Situation dagegen deutlich. Die vergleichsweise kleine Änderung soll damit einen spürbaren Beitrag zur Stabilisierung des Betriebs leisten.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de