04.11.26 (Hamburg)
Der On-Demand-Service hvv hop hat die Marke von zwei Millionen Fahrgästen erreicht. Betreiberin vhh.mobility verzeichnet die Nachfrage über alle Bediengebiete in Hamburg und Schleswig-Holstein hinweg. Ende 2023 war mit 1.111.111 beförderten Fahrgästen erstmals die Millionengrenze überschritten worden. Gleichzeitig wird das Angebot im Hamburger Bezirk Harburg verlängert. Die Freie und Hansestadt Hamburg hat den Betrieb bis zum 31. Dezember 2027 beauftragt. Damit bleibt hvv hop auch in Harburg-West mit Altenwerder, Cranz, Francop, Hausbruch, Moorburg, Neuenfelde und Neugraben-Fischbek Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs.
Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) verweist vor allem auf die Funktion als Ergänzung zu Bus und Bahn. Gerade in Gebieten mit größeren Entfernungen zur nächsten Haltestelle solle das Angebot den Zugang zum öffentlichen Verkehr erleichtern. Die Verlängerung in Harburg soll diese Funktion im Hamburger Süden sichern.
hvv hop startete 2018 noch unter dem Namen ioki Hamburg. Nach Angaben der Beteiligten handelte es sich damals um das erste vollständig in den öffentlichen Nahverkehr integrierte On-Demand-Angebot in Deutschland. Das Projekt erhielt 2019 den Deutschen Mobilitätspreis und 2022 den Deutschen Verkehrswendepreis. Heute betreibt vhh.mobility den Service in Harburg sowie in den schleswig-holsteinischen Kreisen Stormarn und Segeberg.
Zum Einsatz kommen mehr als 40 barrierefreie Shuttlefahrzeuge des Herstellers LEVC. Ausklappbare Rampen und Schwenksitze erleichtern den Einstieg; auch Rollstühle und Kinderwagen können mitgenommen werden. Die Fahrten werden bedarfsgesteuert gebucht und sollen insbesondere dort Lücken schließen, wo ein dichter Linienverkehr wirtschaftlich oder betrieblich nicht sinnvoll ist.
Seit dem Start begleitet das Institut für Verkehrsplanung und Logistik der Technischen Universität Hamburg den Betrieb mit Befragungen. Danach wurden gebietsübergreifend rund zwei Drittel der Fahrten mit Bus oder Bahn kombiniert. hvv hop dient damit häufig als Zubringer zum bestehenden Liniennetz. Nach den Befragungen gaben zudem vier von fünf Nutzern an, ihr privates Auto wegen des Angebots seltener zu verwenden. Rund 80 bis 85 Prozent der Fahrgäste wohnten jeweils innerhalb des betreffenden Bediengebiets. Die Ergebnisse sprechen damit für eine überwiegend lokale Nutzung und eine enge Verknüpfung mit dem übrigen ÖPNV.
vhh.mobility und der Hamburger Verkehrsverbund sehen On-Demand-Verkehre deshalb als festen Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs. In dünner besiedelten oder weniger gut erschlossenen Gebieten sollen sie den klassischen Linienverkehr nicht ersetzen, sondern ergänzen und zusätzliche Anschlüsse schaffen. Mit der Verlängerung in Harburg bleibt eines der größten hvv-hop-Bediengebiete mindestens bis Ende 2027 bestehen. Zugleich markiert der zweimillionste Fahrgast einen weiteren Wachstumsschritt für das seit 2018 aufgebaute Angebot.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de