06.11.26 (Baden-Württemberg)
Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) haben mit einem symbolischen Spatenstich die nächste Bauphase für die neue Turmbergbahn in Durlach begonnen. Die traditionsreiche Standseilbahn wird vollständig erneuert, barrierefrei ausgebaut und bis zur Bundesstraße B3 verlängert. Bei planmäßigem Verlauf soll sie im Frühjahr 2028 wieder in Betrieb gehen.
Die Turmbergbahn verbindet seit 1888 Durlach mit dem Turmberg und gilt als Deutschlands ältester Standort einer Standseilbahn. Nach dem Rückbau der bisherigen Bahninfrastruktur beginnt nun der eigentliche Neubau. Künftig soll die Talstation näher an die Haltestelle Durlach Turmberg rücken. Dadurch wird die Bahn direkt mit dem bestehenden öffentlichen Nahverkehr verknüpft und zugleich in den Tarif des Karlsruher Verkehrsverbundes integriert.
Die neue Anlage soll automatisch betrieben werden. Dadurch können die Betriebszeiten ausgeweitet und zugleich die laufenden Betriebskosten reduziert werden. Für den barrierefreien Zugang werden sowohl die Stationen als auch die beiden neuen Fahrzeuge entsprechend ausgelegt.
Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei rund 34 Millionen Euro. Das Land Baden-Württemberg unterstützt den Neubau und die Modernisierung mit 17,49 Millionen Euro. Weitere 1,755 Millionen Euro fließen in die Beschaffung der beiden neuen Fahrzeuge. Verkehrsstaatssekretär Raimund Haser (CDU) sieht in dem Projekt eine Verbindung von moderner Nahverkehrstechnik und dem Erhalt der traditionsreichen Standseilbahn.
Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) verwies beim Spatenstich auf die lange politische und öffentliche Diskussion über das Vorhaben. Seit 2017 hatten sich Gemeinderat, Ortschaftsrat Durlach und VBK-Aufsichtsrat mit der Verlängerung und Modernisierung beschäftigt. 2021 wurden außerdem Bürger in Workshops an Fragen zur Gestaltung der Infrastruktur, des Fahrgastraums und der Fahrzeuge beteiligt.
Mit der technischen Umsetzung ist der Schweizer Seilbahnhersteller Garaventa beauftragt. Zunächst werden Leitungen für Strom, Wasser und Telekommunikation im Bereich Turmberg-, Posselt- und Kastellstraße verlegt. Diese Arbeiten sollen bis März 2027 dauern. Parallel beginnen Erd- und Massivbauarbeiten zwischen Wolfweg und Bergstation.
Im Januar 2027 sollen die Arbeiten für die neue Talstation und den unteren Streckenabschnitt beginnen. Ab April folgen unter anderem die Fußgänger- und Radfahrerunterführung an der Turmbergstraße, weitere Trassenarbeiten und der Neubau der Bergstation. Ab Mai ist die Montage der aufgeständerten Stahlfahrbahn im oberen Abschnitt vorgesehen, anschließend folgt der Gleisbau.
Für November 2027 sind der Einzug des neuen Stahlseils und die Anlieferung der beiden Fahrzeuge geplant. Danach folgen technische Abnahme und Testfahrten. Mit der Wiedereröffnung im Frühjahr 2028 soll die Turmbergbahn nach mehrjähriger Unterbrechung modernisiert, verlängert und vollständig barrierefrei in den Karlsruher Nahverkehr zurückkehren.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de