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Oply Carsharing expandiert in München

(München) Autor:Stefan Hennigfeld

In der letzten Woche hat der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) feierlich zwei neue Mobilitätsstationen im Domagkpark in der Parkstadt Schwabing eröffnet. Den Bewohnern des Quartiers stehen dort ab sofort diverse Mobilitätsanbieter an zentralen Orten zur Verfügung. Mit je zwei Fahrzeugen an den Stationen ist auch der Carsharing-Anbieter Oply dabei.

Oply ist Ende März 2018 in München mit 100 Fahrzeugen in 41 Nachbarschaften gestartet und will das private Auto überflüssig machen. Im Gegensatz zu anderen Anbietern ermöglicht Oply mit ein und derselben Flotte sowohl die spontane Kurzzeitnutzung als auch im Voraus geplante längere Nutzungsdauern.

Katharina Wagner, Geschäftsführerin der Oply GmbH, sagt: „Wir freuen uns, mit Oply Teil der neuen Mobilitätsstationen zu sein. Die stark wachsende Parkstadt Schwabing ist für neue Mobilitätskonzepte besonders geeignet. Insbesondere für die vielen Pendler ist Carsharing eine Alternative zum eigenen Auto. Die Städte brauchen geeignete Alternativen, damit die Menschen auf den privaten PKW verzichten. Die Mobilitätsstationen machen das Thema Carsharing insgesamt als wichtigen Baustein in der modernen urbanen Mobilität sichtbarer. Schön, dass München sich hier als Vorreiter positioniert.“

Die neuen Mobilitätsstationen sind Teil des EU-Projekts Civitas Eccentric, das unter anderem urbane Mobilitätskonzepte fördert. Immerhin 40,8 Prozent der Münchner halten ihre Stadt in puncto neue Mobilitätskonzepte für sehr innovativ (9,6 Prozent) oder innovativ (31,2 Prozent). Mit 37,9 Prozent sind fast genauso viele nur teilweise von den Mobilitätskonzepten in München überzeugt.

Für sehr wenig innovativ halten 16,5 Prozent die Stadt. Nur 4,8 Prozent finden, dass München bei Mobilitätskonzepten überhaupt nicht innovativ ist. Das ergab eine repräsentative Umfrage unter 1727 Deutschen, darunter ein repräsentatives Panel aus 517 Münchnern, des Marktforschungsunternehmens Innofact im Auftrag von Oply. Die Zahl der Autos in München steigt, 64,3 Prozent der Münchner Autofahrer sind aber bereit, bei geeigneten Alternativen auf das eigene Auto zu verzichten. In München gab es laut Zulassungsstatistik 2017 insgesamt 706.069 Personenkraftwagen.

Davon sind mit 519.069 knapp drei Viertel private PKWs, der Rest wird gewerblich genutzt. Demnach besitzen 40 von 100 volljährigen Münchnern ein eigenes Auto. Insgesamt hat der Fahrzeugbestand bei PKWs zu 2016 um 0,7 Prozent zugenommen. Trotz des Anstiegs an PKWs ist bei den Münchnern der Gedanke, sich vom Privatauto zu trennen, weiter verbreitet als im Rest der Bundesrepublik.

Laut der Umfrage wären 64,3 Prozent der Münchner Autofahrer bereit, sich von den eigenen vier Rädern zu trennen, sofern geeignete Alternativen wie zum vorhanden sind. Die bayerische Landeshauptstadt liegt damit weit über dem bundesweiten Schnitt: Deutschlandweit können sich aber immerhin noch 52,2 Prozent der Befragten vorstellen, komplett auf das eigenen Auto zu verzichten.



Stefan Hennigfeld
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