Rheinbahn und VHH startet Kooperation

(Hamburg, Schleswig-Holstein, VRR) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Düsseldorfer Rheinbahn AG und die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein haben eine Einkaufsgenossenschaft gebildet und beziehen von INIT bei der Umstellung ihrer Flotten auf elektrische Traktion die gleiche ITCS-Steuerung. Im Zuge des Übergangs von Bussen mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren auf elektrische Antriebe verändern sich nämlich auch die Anforderungen an die betrieblichen Prozesse und in der Folge an die Informationssysteme.

Gerade aufgrund der hohen Volatilität der Reichweite batteriebetriebener Fahrzeuge ist es dringend geboten, den Ladezustand der im Einsatz befindlichen Busse permanent in der Leitstelle zu überwachen. Genau das ermöglicht Mobile-ITCS von INIT. Disponenten erhalten einen schnellen und umfassenden Überblick über den aktuellen Ladezustand und die verbleibende Restreichweite in Kilometern.

Bei notwendigen dispositiven Maßnahmen informiert das System überdies, wenn die Restreichweite des Fahrzeugs nicht mehr ausreicht. So können VHH und Rheinbahn künftig alle Fahrzeugtypen in einem zentralen System überwachen und steuern. Fahrzeugseitig gewährleisten INITs Bordrechner, dass die relevanten Daten zur Elektromobilität auch dem Fahrer zur Verfügung stehen. Dazu kommen bei der Rheinbahn die IT- und Kommunikationsplattform COPILOTpc und bei der VHH der PC-basierte Fahrscheindrucker und Bordrechner EVENDpc zum Einsatz.

In einer weiteren Ausbaustufe kann zusätzlich die neu entwickelte INIT-Applikation zur Reichweitenprognose MOBILErange zum Einsatz kommen. Diese verwendet historische Betriebsdaten sowie aktuelle Daten wichtiger Einflussfaktoren wie Fahrzeugdaten, Fahrerdaten, die Topologie der spezifischen Strecke oder Wetterdaten und erzeugt unter Einsatz modernster Verfahren des maschinellen Lernens ein Modell für den Batterieverbrauch der Fahrzeuge.

Auf diese Weise lässt sich der Einsatz von Elektrofahrzeugen im ÖPNV besser planen und im laufenden Betrieb optimal steuern. Die Marschroute in Richtung Elektromobilität ist bei beiden Verkehrsunternehmen bereits klar abgesteckt. Besonders ehrgeizige Ziele hat sich die VHH gesetzt: Hier werden ab 2020, zumindest für das Hamburger Gebiet, ausschließlich E-Busse beschafft.

Ab 2030 soll in Hamburg die Umstellung auf Elektromobilität abgeschlossen sein. Dafür wird derzeit mit Hochdruck an der Bereitstellung der unabdingbaren neuen Infrastruktur gearbeitet. Dazu gehören unter anderem neue Werkstätten und die Ladeinfrastruktur, aber auch die Schulung des Fahrpersonals.

Die Rheinbahn will ebenfalls aus dem Diesel aussteigen, wenn auch langfristiger. Anfang 2020 werden weitere zehn Elektrobusse die vorhandenen zwei E-Busse im Fuhrpark ergänzen. Die Busse werden auf zwei innerstädtischen Linien fahren und über Nacht im Betriebshof geladen. Die Investitionen kommen allerdings nicht ohne erhebliche Fördergelder des Bundes aus, bzw. im Falle der Rheinbahn gibt es auch eine Förderung aus dem Landeshaushalt dazu.


Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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