Trolley-Motion veröffentlicht Studie

Autor: Stefan Hennigfeld

Der Verein Trolley-Motion und die Technische Universität Dresden stellen in einer neu publizierten Systemstudie erstmals technische, betriebliche, wirtschaftliche und ökologische Aspekte von Stadtbussystemen gegenüber. Dabei wurde der aktuelle Entwicklungsstand von rein elektrisch betriebenen Stadtbussen (O-Bussen) aber auch Hybridbussen, Batteriebussen und Brennstoffzellenbussen erhoben, analysiert und bewertet.

Als Referenz wurde der klassische Dieselbus herangezogen. Daniel Steiner, Präsident des Vereins, über die Beweggründe zur Studie: „Es gibt derzeit viele verschiedene Konzepte und technische Entwicklungsansätze für Stadtbussysteme der Zukunft. Wir wollten eine Vergleichbarkeit der Systeme ermöglichen. Ausgangsbasis unserer Untersuchungen waren die Anforderungen an moderne Stadtbuslösungen. Zuallererst müssen sie leistungsfähig und möglichst flexibel sein, um große Transportleistungen zu erbringen und Nachfrageentwicklungen auch kurzfristig aufzufangen.“

Das allein reicht nicht. Steiner: „Zweitens müssen die Lösungen aktiv zur Reduktion der lokalen Umweltbelastungen und zur Förderung der Lebensqualität beitragen. Drittens müssen es kostengünstige und flottentaugliche Lösungen sein. Und viertens sind solche Systeme im Vorteil, welche ökologisch nachhaltig produzierten Strom nutzen und möglichst effizient einsetzen.“

Der Elektroantrieb zeichnet sich durch seine hohe Effizienz und Drehmomentstärke insbesondere gegenüber klassischen Verbrennungsmotoren aus. Aufgrund der unterschiedlichen Aufgabenspektren des öffentlichen Personennahverkehrs in Städten, haben sich verschiedene Energiebereitstellungslösungen für Elektrobusse entwickelt. Allen Ansätzen ist eines gemeinsam: der Antriebsstrang ist komplett elektrisch.

Der Einsatzzweck und die örtlichen Gegebenheiten entscheiden darüber, welches elektrische Antriebskonzept am sinnvollsten ist. Die vier gängigsten und erprobten Konzepte sind: Fahrzeuge mit Oberleitungsbetrieb, Batteriebusse, Brennstoffzellenbusse und Hybridbusse. Vor allem Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstaub beeinträchtigten die Luftqualität in Europas Städten. Die Grenzwerte dafür werden bereits heute regelmäßig überschritten.

Nach Berechnungen des deutschen Umweltbundesamtes ist die hohe Feinstaubbelastung allein in Deutschland für rund 47.000 vorzeitige Todesfälle in Deutschland verantwortlich. Bei den Erstellern der Studie möchte man das Problem lösen, indem man den Betrieb konventioneller Dieselbusse künftig obsolet macht. Man geht davon aus, dass Systeme dieser Art, zumindest langfristig, wirtschaftlich darstellbar sein werden.

Das ist bislang nicht der Fall. Im Moment sind konventionelle Dieselbusse, die für etwa zwei Prozent der Schadstoffausstöße in den Städten verantwortlich sind, deutlich wirtschaftlicher. Dazu kommt die extrem schnelle Entwicklung in diesem Bereich, die dafür sorgt, dass neue Dieselbusse immer umweltfreundlicher werden und auch der Kraftstoffverbrauch massiv sinkt.

 

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a

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